Jan 25, 2008 | Post by: Hermine Mandl 18 Comments

Gelesen: Die Masken der Niedertracht. Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann

Marie-France Hirigoyen studierte Medizin und Viktimologie in Frankreich und den USA und praktiziert als Psychoanalytikerin und Familientherapeutin in Paris. In ihrem Buch Die Masken der Niedertracht (2002) fasst sie ihre Erfahrungen als Viktimologin zusammen und versucht, die Dynamik zwischen Täter und Opfer nicht nur verstehbar zu machen, sondern die Gewalt – welche sich sowohl auf privaten als auch beruflichen Schauplätzen abspielen kann - anhand zahlreicher Fallbeispiele auch spürbar zu machen.

Im Großen und Ganzen finde ich, dass Hirigoyen ein wichtiges Buch geschrieben hat, das zu lesen ich durchaus empfehlen kann – nicht zuletzt, weil es flüssig und verständlich geschrieben ist. Dennoch saß ich am Ende mit ”gemischten Gefühlen” da: Vielleicht, weil mich das letzte Kapitel, in welchem es um die Betreuung der Opfer als Patienten geht, nicht zur Gänze überzeugen konnte. Hirigoyen bezieht folgende Position, wenn es um die Auswahl eines “Psychotherapeuten” geht:

Im Zweifelsfall ist es besser, jemanden zu wählen, der Psychiater oder Psychologe ist; denn es gibt heute alle möglichen Arten von neuen Therapien, die verführerisch sein können, weil sie schnellere Heilung versprechen, deren Wirkungsweise aber der der Sekten recht nahe kommt.

Vielleicht habe ich mich an dieser Stelle als Psychotherapeutin “auf den Schlips getreten” gefühlt. Ich kenne die Situation in Frankreich und in den USA nicht, aber “Psychotherapie” ist in Österreich ein Berufsstand, der sogar in einem eigenen Psychotherapiegesetz verankert ist und dessen Ausübung eine sehr umfassende und fundierte Ausbildung vorangeht. Von Kurpfuscherei, esoterischen Therapien etc. also keine Spur; natürlich spielt trotz aller Regeln, Gesetze etc. immer die ethische Haltung sowie die Persönlichkeit des Therapeuten eine große – wenn nicht die wichtigste – Rolle. Deshalb scheint mir das Auseinanderdröseln des Psychotherapieprozesses nach Richtungen nicht sinnvoll (vgl. Wirkprinzipien der Psychotherapie).

Persönlich gefiel mir, dass Hirigoyen die “perverse Gewalt im Alltag” anhand zahlreicher Fallbeispiele aufzeigt – dadurch ist nicht nur ein abstraktes Verstehen der Dynamik möglich, sondern bis zu einem gewissen Grad auch ein Einfühlen.

Ich möchte in der Folge den Inhalt des Buches kurz zusammenfassen, allerdings empfehle ich jenen Personen, die sich für das Thema interessieren (oder die vielleicht sogar selbst von Gewalt betroffen sind) das Lesen des gesamten Buches! 

Die private Gewalt: Die perverse Gewalt gegenüber dem Lebenspartner und in Familien

Die perverse Gewalt wird häufig bestritten oder banalisiert bzw. verkürzt auf ein einfaches Herrschaftsverhältnis. Sie basiert auf subtilen Aggressionen, die keine greifbaren Spuren hinterlässt. Und sogar Zeugen neigen dazu, die perverse Gewalt als schlichte konfliktbeladene oder leidenschaftliche Beziehung zwischen zwei Personen mit schwierigem Charakter zu deuten. Und auch die Opfer lernen erst im Laufe der Zeit, den Umgang zu erkennen, sich zu wehren und Beweise zusammenzutragen (23).

Zur perversen Gewalt kommt es, wenn das Gefühl in einer Beziehung abflaut, oder aber zu große Nähe besteht (23); es handelt sich um eine Angst, den anderen zu verlieren und gleichzeitig von ihm vereinnahmt zu werden. Das Opfer wird durch das Verhalten des Täters gelähmt; es wird in einen Zustand der Ungewissheit manövriert (24). Diese Entwicklung ist nur möglich durch zu große Nachsicht es Partners; Hirigoyen erklärt diese Nachsicht durch “Familientreue”, welche sich beispielsweise so zeigt, dass innerhalb der Familie das nachgeahmt wird, was ein Verwandter erlebt hat; oder in der Annahme der Rolle eines Heilers für den Narzissmus des anderen; es handle sich um eine Art “Sendung”, bei der sich die Person aufopfern muss (25).

Laut Hirigoyen steht die Weigerung, die Verantwortung für das Scheitern einer Ehe auf sich zu nehmen, oft am Anfang eines perversen Umkippens. Je höher das Idealbild vom Partner war, desto stärker ist die Verleugnung des eigenen Anteils am Scheitern – am Ende wird ausschließlich der Partner dafür verantwortlich gemacht; und das meist auf Basis von Fehlern, die nicht genau benannt werden können. Das Opfer verharrt in einem Angstzustand, weil der Partner das Gespräch verweigert. Zorn und Schmach sind die Reaktion auf dieses Verhalten: die Schmach, nicht geliebt worden zu sein, sowie die Demütigungen geduldet zu haben, sich gefügt zu haben. Es kommt zu vertauschten Rollen, indem der Aggressor zum Opfer wird und die Schuld beim eigentlichen Opfer bleibt (31f). Indess richtet der Täter seine Liebe auf einen neuen Partner, idealisiert diesen – und damit das wiederum möglich ist, muss der frühere Partner zum Sündenbock gemacht werden, indem alles Schlechte auf diesen projiziert wird (41).

Diese Dynamik kann nur aufgelöst werden, indem das Opfer seine Ohnmacht erkennt und damit auch akzeptiert, dass es nichts tun kann; Wenn es ein ausreichend gutes Selbstbild gewinnt, kann die Aggression des Täters seine Identität nicht mehr in Frage stellen (41).

Leider unterbricht selbst eine Trennung die Gewalt oft nicht: diese setzt sich meist auch noch nach dem Beziehungsende fort, wobei der Täter selbst davor nicht zurückscheut, die Kinder für seine Gewalt zu benutzen (42). Indem die Kinder in die gewalttätigen Verstrickungen einbezogen werden, wird Gewalt über Generationen hinweg in einer Familie weitergegeben. Nicht nur, dass Kinder für derartige Rachefeldzüge eines Elternteils gegen einen anderen missbraucht werden, als schwächstes Glied der Kette erfahren sie selbst Gewalt von ihren Eltern. Alice Miller spricht von “schwarzer Pädagogik”, wenn sie die schlimmen Folgen der traditionellen Erziehung aufzeigt, welche den Zweck verfolgt, den Willen des Kindes zu brechen, um aus ihm ein fügsames und gehorsames Wesen zu machen. Das Kind schafft es nicht, sich der “überwältigenden Kraft und Autorität des Erwachsenen” zu widersetzen, wird stumm und seiner Sinne braubt (51).

Gewalt am Arbeitsplatz

Unter Mobbing am Arbeitsplatz ist jede Verhaltensweise zu verstehen, die durch das bewusste Überschreiten von Grenzen – in Benehmen, Handlungen, Gesten, mündlichen oder schriftlichen Äußerungen – die Persönlichkeit, die Würde oder die physische bzw. psychische Unversehrtheit einer Person beeinträchtigen, deren Anstellung gefährden oder das Arbeitsklima verschlechtern kann. (69)

In ihren Ausführungen trifft Hirigoyen keine begriffliche Unterscheidung zwischen Mobbing und Bossing, wenngleich sie dennoch Beispiele aus beiden Bereichen bringt. 

Sie schreibt, dass der “psychologische Krieg am Arbeitsplatz” zwei Erscheinungsformen kennt: den Machtmissbrauch, der sehr rasch entlarvt und von den Arbeitnehmern nicht unbedingt hingenommen wird und die perverse Manipulation, die viel hinterhältiger ist und deshalb mehr Schaden anrichtet (70).

Nicht nur die Angst vor der Arbeitslosigkeit lähmt die Opfer, sondern es wird durch verschiedene psychologische Methoden “psychologisch gefesselt” bis es sein kritisches Urteilsvermögen verliert und nicht mehr weiß, wer recht hat und wer unrecht: Es wird ihm vom Täter die unmittelbare Kommunikation verweigert, es wird herabgewürdigt, diskreditiert, isoliert, schikaniert, zu Fehlern verleitet und/oder sexuell belästigt (80ff).

Problematisch ist, wenn ein Unternehmen Mobbing gewähren lässt (99) oder in manchen Fällen sogar fördert (105). Nicht nur, dass Menschen an Mobbing richtiggehend zerbrechen können, die Billigung einer derartigen Unternehmenskultur ist auch für das Unternehmen mit wirtschaftlichen Folgen verbunden: Die Verschlechterung des Arbeitsklimas hat eine erhebliche Leistungs- oder Ertragsminderung in einer Abteilung oder Belegschaft zur Folge, denn das Austragen des Konflikts wird zum Hauptinteresse aller Beteiligten: des Aggressors, des Angegriffenen und teilweise sogar der Zeugen, die sich nicht mehr auf ihre Arbeit konzentrieren können. Es ist die Aufgabe der Entscheidungsträger in einem Unternehmen, Quälereien zurückzuweisen, den Dingen nicht freien Lauf zu lassen und darüber zu wachen, dass der Mensch auf jeder Rangstufe eines Unternehmens geachtet wird (110).

Die perverse Beziehung und die Protagonisten

Hirigoyen beschreibt in einem weiteren Teil des Buches, wie es zu einer derartigen Täter-Opfer-Beziehung kommt und ergründet jeweils die Persönlichkeit von Täter und Opfer.

Laut der Autorin stellt sich eine perverse Beziehung in zwei Phasen ein: In der perversen Verführung und der darauffolgenden Gewalt (115). In der Verführungsphase ist es das Ziel, das Opfer zu destabilisieren und sein Selbstvertrauen zu sabotieren. Die Beeinflussung besteht darin, jemanden, ohne zu argumentieren, dahin zu bringen, dass er anders denkt, entscheidet oder sich benimmt, als er dies aus eigenem Antrieb getan hätte; der Täter stimmt dabei seine Verführung und Manipulation auf die Empfindlichkeit und Verletzlichkeit des anderen ab (116). Hirigoyen unterscheidet drei Stufen der “geistigen oder seelischen Beherrschung des anderen”: Aneignung durch Enteignung; Beherrschung (der andere wird in einem Status der Unterwerfung gehalten); Prägung (ein “Brandzeichen” soll ihm aufgenötigt werden) (117).

Auch auf die Formen der Kommunikation geht die Autorin ein, wobei sie von der “Illusion der Kommunikation” spricht; sie nennt sie “eine eigenartige Kommunikation, nicht geschaffen, um zu verbinden, sondern fernzuhalten und jeglichen Austausch zu verhindern” (121). Dafür bedient sich der Aggressor folgender Methoden: z.B. die unmittelbare Kommunikation verweigern (121), die Sprache entstellen (123), lügen (126), Sarkasmus, Spott und Verachtung (128), Herabsetzen (136), Trennung, um besser herrschen zu können (137), seine Herrschaft aufzwingen (139), vom Paradox Gebrauch machen (132; z.B. mit Worten etwas ausdrücken, was mittels Gesichtsausdruck gleich wieder negiert wird; dadurch werden Zweifel über mehr oder minder unbedeutende Vorkommnisse des Alltags ausgestreut).

Wenn der andere sich dem beherrschenden Einfluss zu widersetzen beginnt, wird er vom bisher nützlichen Objekt zum gefährlichen Objekt, welches – egal mit welchen Mitteln – beseitigt werden muss: Der Aggressor beginnt, seinen Hass zu zeigen, es kommt zur Ausübung von Gewalt – mit dem Ziel, den anderen in die Enge zu treiben (143ff).

Der Aggressor

Der Täter hat in der Regel eine pervertierte narzisstische Persönlichkeit, welche laut Hirigoyen meist fünf oder mehr der folgenden Merkmale aufweist (154):

- die Person hat eine großartige Meinung von ihrer eigenen Bedeutung;
- verzehrt sich in Phantasien von grenzenlosem Erfolg, von Macht;
- glaubt, etwas “Besonderes” und einzigartig zu sein;
- hat ein übermäßiges Bedürfnis, bewundert zu werden;
- meint, ihr stehe alles zu, man schulde ihr alles;
- beutet in zwischenmenschlichen Beziehungen den anderen aus;
- es fehlt ihr an Empathie;
- beneidet häufig die anderen;
- legt überhebliche Haltung und Verhaltensweisen an den Tag.

Das Opfer

Ausgewählt wird ein Opfer laut Hirigoyen von seinem Aggressor “einfach, weil es da war und weil es irgendwie unbequem wurde. Es hat nichts Eigentümliches für den Aggressor. Es ist ein austauschbares Objekt, das im falschen/richtigen Augenblick da war und den Fehler begangen hat, sich verführen zu lassen – und manchmal den, einen zu hellen Kopf zu haben.” (167)

Allein die Hinnahme des Schicksals seitens des Opfers erstaunt vielleicht auf den ersten Blick; dennoch unterscheiden sie sich von den Masochisten durch das unendliche Befreiungsgefühl, welches sie empfinden, wenn es ihnen durch ungeheure Anstrengung gelingt, sich zu lösen. Sie sind erleichtert, weil Leiden als solches sie – im Gegensatz zu echten Masochisten – eben nicht interessiert (171).

Wenn sie sich manchmal über längere Zeit hin auf das perverse Spiel eingelassen haben, dann eher, weil sie wirklich lebendig sind und weil sie Leben geben wollen, und sich sogar an die unmögliche Aufgabe heranwagen, einem Perversen zu Leben zu verhelfen: “Mit mir wird er sich ändern!”

Ihre Tatkraft ist allerdings mit einer gewissen “Schwäche” gekoppelt. Indem sie sich in das unmögliche Unterfangen stürzen, Tote aufzuerwecken, beweisen sie eine gewisse Überschätzung ihrer eigenen Kräfte.

Das ideale Opfer beschreibt Hirigoyen als “eine gewissenhafte Person mit einem natürlichen Hang, sich schuldig zu fühlen” (172).

Die potentiellen Opfer sind Träger einer partiellen Melancholie. Einerseits gibt es in ihnen einen schmerzlichen Punkt, der eventuell mit einem kindlichen Trauma zusammenhängt, andererseits besitzen sie sehr große Vitalität. Die Perversen, so Hirigoyen, attackieren nicht die melancholische Seite, sondern die lebendige, die Vitalität, die sie wahrnehmen und sich anzueignen suchen (175).

Zusätzlich erscheint das Opfer als naiv und leichtgläubig. Es kann sich nicht vorstellen, dass der andere von Grund auf ein Zerstörer ist, und versucht, logische Erklärungen zu finden; es versucht, Missverständnisse zu vermeiden und will “transparent” erscheinen. Die Opfer versuchen sich dem anzupassen, was der andere will und sind zunächst verständnisvoll. Sie verstehen oder verzeihen, weil sie lieben oder bewundern. Sie glauben, alles verstehen, alles vergeben, alles rechtfertigen zu können. Sie sind überzeugt, sie würden im Gespräch eine Lösung finden und nähren die Hoffnung, der andere würde sich ändern (176f).

Die Opfer verstehen, aber gleichzeitig “sehen” sie. Sie besitzen eine Hyperhellsichtigkeit, die sie dazu führt, die Anfälligkeit, die Schwächen ihrer Aggressoren zu benennen. … Wenn sie anfangen, zu benennen, was sie verstanden haben, werden sie gefährlich.

Folgen für das Opfer und Übernahme der Verantwortung

Verzicht: Während der Phase der Beherrschung nehmen noch beide Protagonisten eine Haltung des Verzichts ein, mit dem Ziel, den Konflikt zu vermeiden: Der Aggressor greift durch kleine indirekte Sticheleien an, provoziert jedoch nicht offen; und das Opfer unterwirft sich aus Furcht vor einem Konflikt, welcher zu einem Bruch führen könnte. In gewisser Weise gehen beide ein Bündnis ein (182).  

Verwirrung: Das Sichentfalten des beherrschenden Einflusses verwirrt das Opfer, sodass sich bei diesem ein Gefühl einstellt, einen leeren Kopf zu haben; das Denken fällt ihm schwer. Dieser Zustand wiederum erzeugt Stress im Opfer (183).

Zweifel: Durch den Zustand der Betäubung trifft die offene Gewalt das Opfer unvorbereitet; es fühlt sich “wie vom Blitz getroffen” und bestreitet die Wirklichkeit dessen, was es nicht begreifen kann. Es versucht, zu verstehen und sucht nach logischen Erklärungen. Das Opfer sucht nach seinem Anteil am Zustandekommen der Gewalt und übernimmt häufig die Verantwortung für den zerstörerischen Prozess; am Ende bleibt der Aggressor schuldfrei und das Opfer tritt in die Position des Schuldigen. Dieses Schuldgefühl wird leider immer wieder von der Umgebung noch zusätzlich verstärkt, da diese – ihrerseits verwirrt – selten imstande ist, Hilfe zu leisten. So kommt es zu Urteilen, gefühllosen Kommentaren oder Erklärungen der Situation, die dem Opfer im Endeffekt nicht helfen: Ratschläge, “wie jemand eher sein soll” oder “was er tun oder lassen soll”, “womit die Gewalt provoziert worden sein könnte” etc. (183f).

Stress: Der Organismus reagiert auf den Stresszustand auf verschieden Art und Weise: durch die Produktion von Hormonstoffen, durch eine Schwächung des Immunsystems, durch die Veränderung der Neurotransmitter im Gehirn. Der chronische Stresszustand führt zu einem allgemeinen inneren Angstzustand – mit anhaltender Furcht und Furchtvorwegnahme sowie ängstlichen Grübeleien, die das Opfer nur schwer beherrschen kann. Es ist ein Zustand ständiger Spannung und übermäßiger Wachsamkeit (186f).

Angst: Das Opfer ist permanent auf der Hut, belauert den Blick des anderen oder die Schroffheit seiner Gebärden, den eisigen Ton, der eine unausgesprochene Aggressivität verdecken könnte. Es fürchtet die Reaktion des anderen und zeigt sich aus diesem Grund immer liebenswürdiger und versöhnlicher. Noch immer wiegt es sich in der Illusion, der Hass könne sich in Liebe und Wohlwollen auflösen (187f).

Vereinsamung: Immer wieder fühlen sich Opfer alleingelassen, denn selbst Freunde distanzieren sich, indem sie “da nicht hineingezogen werden wollen”. In der Folge zweifeln die Betroffenen an den eigenen Wahrnehmungen und fragen sich, ob sie nicht übertrieben haben könnten (188f).

Zu den längerfristigen Folgen von perverser Gewalt zählt Hirigoyen folgende Merkmale:

Schock: Durch das Bewusstwerden der Aggression finden sich die Opfer in einem Schockzustand wieder: sie fühlen sich getäuscht, missbraucht, missachtet. Erst spät entdecken sie, dass sie Opfer sind. Sie verlieren die Achtung vor sich selbst sowie ihre Würde, sie schämen sich der Reaktionen die diese Manipulation in ihnen wachgerufen hat. Die Scham entsteht laut Hirigoyen dadurch, dass ihnen bewusst wird, dass sie die Gewalt des anderen zugelassen haben. Auch wenn sich manche an ihrem Täter rächen wollen, suchen die meisten lediglich nach einer Rehabilitierung und wollen die eigene Identität wieder anerkennen (190f).

Dekompensation: Wenn der Mensch keine Ressourcen mehr hat, den vorhandenen Stress abzubauen, kommt es zur Dekompensation: darunter ist ein generalisierter Zustand der Beklommenheit zu verstehen, der häufig in Kombination mit psychosomatischen Störungen oder Depression einhergeht. Nicht alle Menschen reagieren auf psychischer Ebene, zu den körperlichen Reaktionen zählen Essstörungen, Schwächeanfälle etc. (191ff).

Trennung: Neben dem sich Fügen in die Situation ist der Kampf um eine Trennung die zweite Möglichkeit des Umgangs mit perverser Gewalt. Laut Hirigoyen ist eine Trennung immer das Werk des Opfers, nie das des Aggressors. Zurück bleibt jedoch meist ein Täter, der sich beklagt, geschädigt worden zu sein, während das Opfer tatsächlich jene Person ist, die alles verliert (194ff).

Die spätere Entwicklung: Die körperliche Entfernung vom Aggressor bedeutet anfangs eine Befreiung für das Opfer; nach der ersten Phase der Erschütterung erwacht wieder ein Interesse an der Arbeit und an Hobbys bzw. auch eine Neugier auf die Welt und auf Menschen. Dennoch klingt bei vielen die traumatische Erfahrung noch lange Zeit nach und zeigt sich in verzögerten psychischen oder somatischen Störungen: Eine allgemeine Beklemmung, chronische Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Kopfweh, verschiedene Schmerzen oder psychosomatische Störungen (Bulimie, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit). Einige Opfer klagen nachträglich auch über unkontrollierbare Aggressivität und viele entwickeln ein “Ausweichverhalten”, indem sie sich Strategien zurecht legen, nicht an das ‘stressige’ Ereignis denken zu müssen. Sie meiden alles, was sie an die schmerzlichen Erfahrungen erinnern könnte. Dennoch sind letzten Endes die Aggressionen und Demütigungen ins Gedächtnis eingeschrieben und leben wieder auf in intensiven und sich wiederholenden Bildern, Gedanken, Erschütterungen.

Ein Opfer, das jedoch Bedauern von seinem Täter erhofft, wartet meist vergeblich; Reue kommt laut der Autorin maximal von der Umgebung – von den stummen Zeugen oder Mittätern – die zumindest nachträglich ihrem Bedauern Ausdruck verleihen (196ff).

Praktische Ratschläge für Betroffene

Hirigoyen beginnt dieses Kapitel wie folgt:

Gegenüber einem Perversen gewinnt man niemals. Bestenfalls kann man etwas über sich selbst lernen. (201)

Dementsprechend sind die notwendigen Schritte der Befreiung: Erkennen – Handeln – innerlich widerstehen (sich dafür gegebenenfalls Unterstützung holen) – die Justiz einschalten. Dieses Prozedere gilt im Prinzip sowohl für den Umgang mit familiärer als auch beruflicher Gewalt.

Wie heilen?

Laut Hirigoyen ist meist psychotherapeutische Hilfe für den Heilungsprozess unerlässlich. Gemeinsam mit dem Psychotherapeuten kann das Opfer lernen, die Perversion beim Namen zu nennen. Dafür ist es unerlässlich, dass der Therapeut das Trauma des Hilfesuchenden als etwas Geschehenes anerkennt. Das Ziel der Therapie ist es, dass der Patient wieder Zugang zu seiner Freiheit findet – dafür ist es jedoch notwendig, die Zweideutigkeit zu beseitigen und Unausgesprochenes besprechbar zu machen. Nur so kann sich das Opfer von seinen Schuldgefühlen befreien kann (219ff).

Literatur:

Marie-France HIRIGOYEN: Die Masken der Niedertracht: Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann. dtv-Verlag, 7. Auflage, München: 2007.

18 Comments to Gelesen: Die Masken der Niedertracht. Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann

  1. loulou
    11. Januar 2011 12:30

    Ja, ich bin Opfer eines narzisstisch Perversen. Ich werde im Juni geschieden und hoffe wieder genug Selbstbewusstsein zu erlangen, um durch diese schlimme Zeit zu kommen. Bin in Behandlung bei einem Psychiater und fühle mich nicht mehr so allein mit all meinen Problemen was meine Beziehung zu diesem Mann betrifft. Ich nehme auch im Moment ein Medikament und möchte das so schnell wie möglich abstellen.

  2. loulou
    11. Januar 2011 12:22

    Hallo rahel,
    6 Jahre habe ich mit einem solchen Mann zusammengelebt. Schrecklich, dass es solange gedauert hat. Alles was im Bericht vorher über das Problem beschrieben wird, stimmt mit meinem Fall übereinander. Wie Du, dachte ich vor 6 Jahren, ich bin der Liebe meines Lebens begegnet und dann haben wir nach 2 Jahren geheiratet, und nur weil er auch noch krankhaft eifersüchtig neben seinem pervertierten Narzissmus war, wollte ich ihm beweisen, dass ich nur ihn liebe. Oh Gott wie töricht von mir. Damals, war ich blind vor Liebe, denn alle meine Freunde und Bekannten machten mir Vorwürfe, da er schon 4 x verheiratet war und 6 Kinder hatte. Aber ich dachte, der arme Mann, hatte kein Glück bis dato und wollte ihn trotzdem lieben so wie er war (damals war er sehr charmant, sehr liebevoll und aufmerksam). Aber es kam alles ganz anders. Wie gesagt, alle Beschreibungen passen. Ich werde jetzt im Juni geschieden und mache ein grosses Kreuz. Ich habe mir Hilfe bei einem Psychiater geholt mit Gesprächen und mit Medikamenten. So kann ich das Ganze gut verarbeiten und bin heute, nach 3 Monate, wieder gut drauf. Es lohnt sich nicht für einen solchen Partner noch eine Träne zu vergiessen (Ich denke, in den 6 Jahren, habe ich alle meine Tränen weggeweint). X-Mal waren wir auseinander, mal ein paar Tage, mal eine Woche oder auch länger. Immer war ich diejenige die wieder angekrochen kam. Da ich auch schon älter bin (61) und eine normale Ehe von 36 Jahren hinter mir hatte, hatte ich einfach Angst, allein zu bleiben und dachte wenn man genug liebt, kann man vieles wegstecken. Aber, es war ein einziges Trauma das Ganze. Von den 6 Jahren, bleiben mir nicht viele S t u n d e n wo ich glücklich war, das heisst, es ging mir immer nur gut, die Momente wo wir nach Neueroberung von Ihm, im Bett gelandet sind.
    Heute, kann ich mir das nicht mehr vorstellen, mit Ihm ins Bett zu steigen. Zum Schluss, habe ich mich immer ausgenutzt und ausgesaugt gefüllt.
    Das Schlimme finde ich noch, dass Mörder hinter Gitter kommen, aber solche PN, die einen zum Selbstmord führen können, werden nicht bestraft.
    Ich hoffe, dass Du die Situation in den Griff bekommst und Dir auch vielleicht bei einem Fachmann den einen oder anderen Rat holst. Wie gesagt, mir hat mein Psychiater gut zugehört und nach einer Viertelstunde Erzählen, hat er mir vorgeschlagen, mich selbst ein bisschen Schlau im Internet zu machen, nachdem er mir sehr schnell sagen konnte, dass mein Partner an einer pervertierten narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidet.So bin ich auf diese Seite gestossen. Das Buch werde ich mir auch bestellen.
    Ich wünsche Dir dass Du wieder soviel Selbstbewusstsein zurückbekommst, und dein Leben wieder geniessen kannst.

  3. rahel
    7. Januar 2011 16:31

    ich kann nur sagen: oh mein gott. es tun sich bei mir gerade abgründe auf. es ist wie das erwachen aus einem jahrelangen alptraum. vor neun jahren dachte ich, ich bin der liebe meines lebens begegnet. er hat mich stück für stück, jahr um jahr, kaputt gemacht. und alles an meinen reaktionen auf diesen tod in mir und an mir, schon ich – klar wie auch anders? – auf MICH! hatte er doch auch eine bequeme hängematte, die ich mitgeschaukelt habe: schlecht behandelt und gedemütigt in der kindheit, dann unterdrückung in der ersten ehe. schließlich frühe todesfälle in der familie. der arme kerl. ich kann ihn heilen, ich hol ihn da raus! mit liebe geht das, dachte ich. er hat mich nicht nur mit allen meinen (alltags)problemen (gescheiterte existenzgründung aufgrund der familiären problematik mit ihm und seinen kindern) komplett allein gelassen (noch schlimmer: ich selbst war ja immer schuld daran, dass er mir nicht helfen konnte, so seine aussage. hätte ich ja damals was gesagt, dann selbstverständlich…) alles was er mir an geld zukommen ließ (gemeinsame urlaube) wurden mir dann monate später auf butterbrot geschmiert. o-ton: “als ich damals die 1700 euro für den urlaub überwiesen habe, da musste ich schon schlucken”. botschaft an mich: sei dankbar, weil wenn nicht, oh gott, du bist es ihm schließlich gar nicht wert. endlos könnte ich hier weiterschreiben – es würde sich wiederholen mit den allen anderen erzählungen/beschreibungen. er tut mir eigentlich nur noch leid. eine arme socke und die frau die nach mir kommen wir noch viel mehr. wie ich jetzt im endstadium aus dem ganzen rauskomme, das weiß der himmel!

  4. Ruth Hidalgo
    16. Dezember 2010 12:29

    Ich suche Kontakt zu Personen, die Opfer von narzisstisch Perversen Menschen waren oder sind, Personen, die beruflich mit Opfern von narzisstisch Perversen zu tun haben und Psychologinnen und Psychologen, Psychiaterinnen und Psychiater, oder Therapeutinnen und Therapeuten, denen die Thematik ausreichend bekannt ist. Ausserdem suche ich auch Kontakt zu Anwältinnen und Anwälten, die sich auskennen und Opfer schon erfolgreich verteidigt haben.
    Ich bin daran, in der Schweiz eine Anlaufstelle für betroffene Opfer aufzubauen.
    Kontaktaufnahme: ruth.hidalgo@gmail.com

  5. katharina
    27. April 2010 23:01

    weglaufen,ich habe diese Illusion 16 Jahre gelebt, wollte dass mein Sohn eine Familie hat und habe 16 Jahre meines Lebens ins Klo gespült, habe mit 2 Tumoren, Krebs, Major Depression und autoimmuner Bluterkrankung geendet (bin 40, der erste Tumor mit 30) Willst Du das auch?

  6. Anonym
    24. Februar 2010 14:34

    Bin im April schon 40 Jahre mit so einem Mann zusammen. 12 Jahre lang hat er mich geschlagen und versucht mir seinen Willen aufzuzwingen. Oft in Verbindung mit Alkohol. Dann hat er mit dem Schlagen aufgehört und seitdem behandelt er mich genau so, wie von der Autorin beschrieben. Ich warte auf ein Scheidungsangebot von seiner Seite, weil ich mich nicht traue, es selber zu tun. Weil er gewalttätig ist und in seinem Jähzorn dann wahrscheinlich versuchen wird, alles was mir lieb und teuer ist, komplett zu zertören. Ich vermute, dass er mich momentan nur ausnutzt, weil ich mich um seine Mutter kümmere, die ich sehr gerne habe. Sie kann mir auch nicht helfen. Wahrscheinlich wird er sich nach dem Tod seiner Mutter, meiner Person entledigen. Ich wäre ganz froh darüber, weil dann nicht mehr in diesem Angstzustand leben muss. Gottseidank habe ich mir noch etwas Selbstbewusstsein erhalten und lebe mein eigenes Leben.

    Anonym

  7. kenzo108
    5. November 2009 17:03

    ein unglaublich reales und detailliertes Buch.Fernab von Verniedlichungen und verzerren der Wahrnehmungen der Menschen.Ich habe dieses Buch schon seit zwei Jahren und bin sehr beeindruckt von ihrer Offenheit und Klarheit.Danke

  8. Hans Steunzer
    3. Oktober 2009 13:21

    Dieses Buch hat mir und meiner psychisch kranken Frau (sie ist chronisch manisch-depressiv) dabei geholfen, die jahrelangen brutalen Manipulationen meines 70-jährigen Schwiegervaters zu durchschauen, einem Narzis, der immer “Etwas Besseres” sein wollte, durchdrungen von Standesdünkeln und Geldgier, einem Menschen, der über alles bestimmen wollte und uns mit seinen gesetzten Handlungen jahrelang als Familie destabilisiert hat. Jahrelange Therapien haben nicht bewirkt, was dieses wunderbare und offene Buch bewirkt hat. DANKE!

  9. chrisi
    27. Juli 2008 10:48

    war ( nicht das einzige )opfer meiner beiden vorgesetzten. klagte auf schmerzensgeld, weil dies beiden soziopathen mich nachweislich ( 5 jahre )krank und arbeitslos gemacht haben. leide heute noch an den psychischen und physischen folgen diesen traumas.
    nie wieder würde ich prozessieren, fakt ist dass, zumindest in meinem prozess, ich das opfer, zum täter gemacht wird. gerichtssachverständige, die vermutlich geschäftsbeziehungen zu den verantwortlichen ( Politikern ) pflegen stellen widersprüchliche und nicht nachvollziehbare gutachten ( kuriose dignosen )aus und das gericht verschliesst seine augen.
    niemand kann sich vorstellen wie verzweifelt man dagegen ankämpft, es wird einem nicht zugehört, man wird noch zusätzlich gedemütigt, indem man vor den tätern niedergemacht wird.
    im grunde genommen ist dieser gerichtsprozess und was da so an intrigen abgeht schlimmer als das eigentliche mobbing.

  10. Tossi
    16. Juli 2008 18:41

    Ist Anastasia Mai noch zu erreichen? Bin ein “ehemaliges” Opfer einer nazistisch Perversen. Würde mich gerne mit dir austauschen…

    Lg

  11. astrid
    24. Mai 2008 20:00

    ich habe das buch empholen bekommen aus einem forum über den almstätter fall. mich hat das sehr mitgenommen, diese geschichte und wollte mehr erfahren, was menschen dazu treibt so etwas zu tun. durch das buch ist mir einiges klar geworden.obwohl ich natürlich nicht beurteilen kann ob in dem genannten fall, tatsächlich der grausige typ dem entspricht. ich denke schon. die psychologen wissen es genauer. ich glaube, die partner gewalt gibt es in massen, hier. nur keiner kann es so wirklich beim namen nennen. aber, was mich interessiert, ich bin noch nicht am ende des buches gelangt, ist der täter zu therapieren? es steht, er habe eine schmerzliche kindheit gehabt. oder werden diese menschen ewig leer und krank durch die welt gehen und weiter verletzen??? bekommen sie irgendwann ein gefühl für andere?

  12. minam
    13. Mai 2008 08:38

    @ Anastasia Mai: Vielleicht gibt es eine Frauenberatungsstelle, Familienberatungsstelle o.ä. in Ihrer Nähe, wo Sie sich hinwenden können!

  13. Anastasia
    12. Mai 2008 11:20

    es stimmt alles. genau so fuhle ich mich.aber wo hin sollich gehen?wir haben zusamen wohnung gekauft und ich muss auch für die schulden grade stehen und ein kleinen sohn habe ich auch.also was soll ich tun?

  14. Wolf-Dietrich Hoppe
    22. April 2008 10:23

    Ich selbst habe am 04.12.07 gerade den 20. Hochzeitstag gehabt. Seit Juli 2006 vermute ich, daß meine Partnerin Borderlinerin sein könnte; das, was ich darüber gelesen habe, hätte in vielen Teilen eine Zusammenfassung all dieser Ehejahre sein können.
    In diesem Buch wird nun etwas beschrieben, was ich auch erlebt habe; ich selbst habe es für mich als privates Mobbing beschrieben, und es läuft ja auch fast so ab, wie im beruflichem. Man kann eigentlich nie beweisen, daß es stimmt, was man sagt und es wird einem auch nicht geglaubt, weil der Mobber sich anderen Personen sehr nett, freundlich und offen präsentiert. Ich hatte kurzzeitig auf Arbeit so einen Kollegen und habe das erfahren müssen. So anstrengend es auch war, ich habe mir immer gesagt, es sind nur 8 Stunden, das geht vorbei.
    Im privaten Bereich ist es aber viel schlimmer, es geht eigentlich nie vorbei und vor allem spielt es sich in einem Bereich ab, wo man ja gemeinhin annimmt, daß man dort Geborgenheit, Verständnis und Ruhe findet.
    Ich bin jedenfalls auf das Buch durch meine noch Ehefrau “aufmerksam gemacht” worden, die es für sich als “ihre Biebel” bezeichnet. Ich habe mir daraufhin gestern auch das Buch bestellt, hier nur die Zusammenfassung gelesen und bin nun sehr gespannt auf das Buch. Was mich eigentlich zu diesem langen Kommentar treibt ist folgende Frage: Wie ich oben erwähnte, nehme ich an, daß meine Frau Borderlinerin ist, ob noch mit narzißtischer Persönlichkeitsstörung ist erst einmal egal. Von mir aus kann man auch mir vorwerfen, daß ich krank bin, und meine Frau das Opfer, es ändert nichts an der einfachen Konstellation: Ehe, 2 Personen, Täter, Opfer.
    Wenn nun meine Frau sagt, das Buch hat ihr die Augen geöffnet ( meine Biebel ) und ich in der Zusammenfassung auf bei fast allen Passagen meine Beziehung beschrieben sehe, würde das doch bedeuten, daß dieses Buch, in bester Absicht geschrieben, und ich überspitze jetzt gewollt, als Waffe von beiden Seiten benutzt werden kann.
    Wie gesagt, habe ich das Buch erst gestern bestellt, bis jetzt also noch nicht lesen können und beziehe mich erst einmal nur auf Ihre Zusammenfassung.
    Die Frage bleibt aber trotzdem: Kann ein Buch dazu führen, daß sowohl Täter, wie auch Opfer sich bestätigt fühlen können?

  15. Cäcilie W.
    4. April 2008 08:16

    Gute Zusammenfassung, war 13 Jahre Opfer. Mein Mann ist mit unserer ältesten Tochter(13) ausgezogen. Jetzt ist sie das Opfer. Sie macht einen angespannten Eindruck. Sie tut das, was ich ihr jahrelang vorgelebt habe. Ich kann ihr nur indirekt helfen (Familienaufstellung, Rolfing), da das System des Perversen wunderbar funktioniert, und sie ihn immer decken wird.

  16. Carolin W.
    1. April 2008 00:30

    Bin “Opfer” (endlich getrennt) und suche Hilfe. Alles Beschriebene stimmt mit meiner Situation vorher und jetzt überein. Bin sehr überrascht. Fühle mich nicht mehr so schlimm, da ich anscheinend nicht allein das Problem habe. Ich werde dieses Buch lesen. Danke für den Bericht.

  17. Gabi S.
    11. März 2008 10:52

    Sehr guter Bericht!

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